Lebenslänglich hochbegabt

Was Hochbegabte erleben, welche Förderung sie sich wünschen und welche nicht

Literatur

Hochbegabungszwang (lat.: filius einsteinus)

Beschreibung: Der unerschütterliche Glaube der Eltern, dass das eigene Kind zu Höherem berufen ist

Symptome: - Die betroffenen Eltern begründen jegliche Verfehlung oder Doofheit des Kindes mit seiner Hochbegabung. - Sie füllen ihre Bücherregale bis zur Decke mit Literatur wie "Was ist Was", "Kinder-Brockhaus", "Kinder-Uni" und "Kluge Kinder". - Sie melden ihr Dreijähriges in Chinesisch-, Archäologie- und Programmierungskursen an. - Sie nehmen eine Halbtagsstelle an, um genug Zeit für die persönliche Begleitung der Hausaufgaben und der Förderkurse ihres Nachwuchses zu haben.

Heilung: Wenn das Kind mit 42 Jahren nach 37 Semestern Deutsch auf Lehramt eine Stelle als Hausmeister gefunden und ein uneheliches Kind mit der Serviererin vom Café Kaktus gezeugt hat, legt sich die elterliche Euphorie oder entlädt sich im Anzeigen von Parksündern und Beschimpfen ihres Zivildienstleistenden.

aus: Nina Puri und Susanne Kaloff: Elternkrankheiten. Der große Ratgeber

06. November 07 | Permalink

Auf nach Berlin?

In einem Schreiben an alle allgemeinbildenden Schulen Berlins weist der Berliner Senat auf den Rechtsanspruch von Schülerinnnen und Schülern mit besonderen Begabungen und hohen kognitiven Fähigkeiten auf besondere Förderung hin. (Danke für den Hinweis, Annette!)

08. Juni 07 | Permalink

Kindergarten

Schwedenflaggen

Übersetzung: »Meine Kindergärtnerinnen verhielten sich ziemlich lustig; anstatt eine frühere Einschulung zu empfehlen, riefen sie meine Eltern an und forderten sie auf, mich zu bitten, meinen Sprachgebrauch zu ändern: ›Joel verwendet zu schwierige Wörter für die anderen Kinder, deshalb wollen die nicht mit ihm spielen. Sie müssen den kleinen Joel bitten, einen einfacheren Wortschatz zu verwenden.‹«



»Mina lekskolefröknar gjorde en ganska lustig grej; istället för att rekommendera att jag började i skolan tidigare, ringde de mina föräldrar med målsättningen att få dem be mig att ändra mitt språkbruk. ›Joel använder för svåra ord för de andra barnen, så de vill inte leka med honom. Ni får be lille Joel att använda ett enklare vokabulär.‹«

Joel Arvidsson

09. März 07 | Permalink

Routine

»Als erwachsener Mensch erwarte ich keine Förderung von außen - obwohl es sicherlich eine positive Überaschung wäre - vielmehr würde ich gerne die vorhandenen Möglichkeit - wie Fernuni etc. - nutzen, komme aber nicht dazu, weil Geld verdienen und Kinder erziehen die dafür notwendige Zeit nicht lassen. Somit überwiegen die Routinetätigkeiten.«

Manfred

14. Februar 07 | Permalink

Mittelklassepolitiker

»Wie wollen wir, die wir soo schlau sind, einem Mittelklassepolitiker erklären, dass wir Förderung brauchen (brauchen wir die wirklich??). Wir müssen uns unseren eigenen Freundeskreis aufbauen, uns ein Hobby außerhalb eines Fussballstadions suchen und versuchen, das Beste aus unserem Job zu machen. Über die Unzulänglichkeiten der anderen müssen wir drüberstehen. Wir haben auch unsere Fehler und Macken (auch wenn wir beim Lösen von Intelligenztests besonders gut sind). Noch ein Tipp zum Schluss: In meinem Fall gibt es nur sehr wenig Menschen die wissen, dass ich "über 130" bin und dabei werde ich es auch belassen. Wir sollten nicht mit unserer Hochbegabung protzen und schon gar nicht denken, dass sich damit alle Türen und Tore von allein öffnen.«

Günther

23. Januar 07 | Permalink

Enrichment

»Was Hochbegabten (und anderen auch solange sie es wollen) immer gut tut ist Abwechslung, d.h. sich in verschiedensten Themen zu engagieren. Für mich reicht das von der Mathematik über viele Sprachen hin zur Kalligraphie, ganz zu schweigen von meinem Engagement in der Betreuung von Blinden und meinem neuen Thema eine Sprachschule zu beraten und einmal wöchentlich in der Grundschule französisch zu lehren. Ich habe früh gelernt, nicht zu erwarten, dass ich all diese Themen mit einem Menschen teilen kann (dann müßte es ja ein Doppel von mir geben...) sondern habe für die verschiedenen Themen sehr verschiedene Leute. Offiziell heißt das wohl Enrichment, also einfach mehr zu machen.«

H.Schmidt

18. Januar 07 | Permalink

Toleranz

»Wenn jemand lieber seine Abende mit dem Mathebuch auf dem Sofa verbringt, anstatt zechend mit anderen in der Disco – warum nicht? Eine aktive Förderung von Seiten der Gesellschaft ist in dieser Hinsicht nicht unbedingt notwendig, wohl aber Toleranz, an der momentan noch gearbeitet werden muss.«

Melanie

23. Dezember 06 | Permalink | TrackBack (0)

Neidgefühle

»Viele Hochbegabte erzeugen Neidgefühle, wenn sie erkennbar schneller denken können als andere und sie das fühlen lassen. Aber statt sich darauf etwas einzubilden, womit man sich meistens keine Freunde macht, ist meine Erfahrung, dass man seine Intelligenz besser dazu einsetzen sollte, anderen mit einem geringeren IQ gezielt zu helfen.«

Günter

19. Dezember 06 | Permalink

Schweden

Schwedenflaggen

Übersetzung: »Schäme dich nicht für vermeintlich sonderbare Interessen. Behaupte dein Recht, interessierter an Ballett zu sein als an Eishockey, falls du das bist. (Umgekehrt ist das selten ein Problem, aber selbstverständlich gilt das Prinzip in diesem Fall ebenso.) Natürlich brauchen nicht alle Menschen um dich herum deine Präferenzen zu teilen, aber wer eine Freude nicht respektiert, die keinem schadet, ist vielleicht nicht der Anstrengung wert.«



»Skäms inte över förmodat udda intressen. Hävda rätten att vara mer intresserad av balett än av ishockey, om du råkar vara det. (Tvärtom brukar sällan vara ett problem, men givetvis gäller principen lika mycket i det fallet.) Naturligtvis behöver inte alla människor omkring dig dela dina preferenser, men den som inte kan respektera nöjen som inte skadar någon är kanske inte värd att anstränga sig för.«

Monika

11. Dezember 06 | Permalink

Neuseeland

Grossbritannienflaggen_2 

»My advice would be be proud of what your have, of the gift you've been given.  Too many mensans, and myself once upon a time, hide their abilities.  Be proud of what you have.  But don't think it makes you better than everyone.  Being smart is good but it's not the only good thing in this world, nor is it the greatest good.«

Mark

10. Dezember 06 | Permalink

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